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Bei "Jeanny" gingen die Feuerzeuge an

Kurz nach 20H gingen die Lichter aus in der Münchner Olympiahalle. Hundert Scheinwerferhotspots tauchten die grosse Bühne im mit 9000 Fans nahezu ausverkauften Oval in mildes, weiches Licht. Noch verdeckt ein zweiteiliger, weisser Baumwollvorhang die sicht auf den gigantischen, mehrstöckigen Bühnenaufbau, auf die Spiegel in den beiden hinteren Ecken, die Treppen die links und rechts auf die Rampe führen, die im Hintergrund die Bühne umspannt.
Dann zerschneiden zwei wattstarke Verfolger-Schwinwerfer die dicke Luft. Unter dem Johlen, Klatschen und Jubeln der Fans steht wie aus dem Boden gewachsen Falco Superstar in der Bühnenmitte, mit weitem, weissem Mantel, der innen mit Pailetten bestickt ist, weissem Anzug, rotem Halstuch, weissem Hut und Sonnenbrille.
An den Instrumenten hinter dem Meister acht Musiker und zwei Sängerinnen. Bei noch geschlossenem Vorhang rollt die erste Soundwoge ins Publikum: *The Star of moon and sun*, der Anfangstitel der neuen Falco-LP *Emotional*.
Danach gehts Schlag auf Schlag. Zwei Stunden lang schleudert Falco mit einer unheimlich fetzigen Truppe - Peter Vieweger (Gitarre), Curt Cress (Drums), Robert Pistracher (Bass), Helmut Biebl (Gitarre), Thomas Rabitsch (Keyboards), Polio Brezine (Keyboarsds), Otmar Klein (Saxophon), Bernhard Rabitsch (Trompete); Anke Wendlandt und Jocelyn Smith (Gesang) - Hit auf Hit in den Saal.
*The Sound of Music* - *Maschine brennt* - *Junge Römer* und natürlich *Jeanny*, den Super-Song, bei dem die Fans ein Feuerzeug-Lichtermeer entzünden. Es folgen Titel von der neuen LP und natürlich als letzte Zugabe der *Amadeus*, den Falco, begleitet von seinen beiden Produzenten Rob und Ferdie Bolland, als Gesangs-Trio in den Saal schreit.
Immer wieder wechselt Falco zwischen den Songs die Klamotten, verschwindet dazu in einem kleinen Gaderoben-Abteil das links unterm Bühnenvorhanf eingerichtet wurde, wechselt Sakkos und durchgeschwitzte T-Shirts und lässt sich von Tourmanager Jacky Jedlicky den Schweiss abwischen.
Am Nachmittag vor der Show hatte sich Falco im Hotel noch einen zusätzlichen Fitmacher geben lassen. Tournee-Arzt Dr. Ulli Burghardt setzte dem Vielraucher Falco eine homöophatische Spritze, die zur Harmonisierung des Organismus und zum Haushalten der Kräfte beitragen soll.
Die Premierengäste aus dem Show-Geschäft, Hongkong-Syndikat-chef Plez (ein enger Falo-Freund), Stefan Remmler von Trio, Bruce Hornsby, Thommy Gottschalk, Peter Maffay, Nena, Klaus Doldinger und Musik-Szene-Moderator Ron Williams waren begeistert. Lediglich Tina Turner, die sich 20 Minuten der Falkenshow vom Bühnenhintergrund aus ansah, äusserte leise Enttäuschung, sie fand Falcos Entertainment doch etwas zu unterkühlt.
Dafür war eine andere Dame euphorisch begeistert: Andrea Riegler, 22jährige Blondine und Bedienung aus dem 'Confetti' im österreichischen Portschach. Ihr sagt man nach, seit der Falco-Show in Wien die neue Flamme des Entertainers zu sein. Der Künstler selbst geniesst und schweigt. Seit seiner Trennung von Freundin Isabella macht Falco um die Dame seines Herzens ein grosses Geheimnis.

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